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Stand: 2. September 2026 – Beratung aus dem Atelier, keine Hersteller-Werbung.
Wer einmal mit Copic angefangen hat, stellt schnell die gleiche Frage wie fast alle im Laden: Kann ich Ciao, Sketch und Classic einfach mischen – und lohnt sich der Aufpreis für Sketch? Die kurze Antwort: Ja, farblich passen alle drei zusammen. Die lange Antwort entscheidet darüber, ob du beim Zeichnen Spaß hast oder dich über kratzende Spitzen, leere Marker und falsches Papier ärgerst.
Wir arbeiten im Skizzenliebe Atelier täglich mit allen drei Linien – im Urban Sketching draußen, beim Manga-Tuschen und bei Architektur-Renderings. Hier kommt unser ehrlicher Praxis-Vergleich: mit Füllmengen, Spitzen, Kosten pro Milliliter und klaren Empfehlungen, für wen sich was lohnt.
| Merkmal | Copic Ciao | Copic Sketch | Copic Classic |
|---|---|---|---|
| Spitzen | Super Brush (Pinsel) + Medium Broad (Keil) | Super Brush (Pinsel) + Medium Broad (Keil) | Broad (breit) + Fine (Nadel-Fein) |
| Schaft & Kappe | rund, klein, Lüftungskappe – kindersicher | oval, liegt satt in der Hand | eckig, rollt nicht vom Tisch |
| Farbauswahl | 180 Farben | 358 Farben – Vollsortiment | 214 Farben |
| Tintenfüllung | ca. 1,4 ml – gut für den Start | ca. 3 ml – gut doppelt so viel wie Ciao | ca. 3 ml |
| Nachfüllen / Spitzenwechsel | ja / ja | ja / 9 Spitzen-Optionen | ja / ja |
| Passt am besten für | Einsteiger, Teens, Manga, Bullet Journal | Illustration, Manga-Profi, Portrait, Designstudium | Architektur, Produkt- & Autodesign, technisches Layout |
Praxis-Tipp aus dem Skizzenbuch: Wenn du vor allem weich blenden willst – Haut, Himmel, Fell, Stoff-Falten – brauchst du die Pinselspitze. Dann also Ciao oder Sketch. Wenn du große Flächen schnell deckend anlegen willst – Fassaden, Grundrisse, Marker-Renderings mit Lineal – ist die breite Broad-Spitze des Classic unschlagbar.
Ciao ist der günstigste Weg ins Copic-System, ohne auf echtes Blending zu verzichten. Die Tinte ist dieselbe Alkohol-Tinte wie bei Sketch, sie trocknet schnell, bleibt transparent und lässt sich überlagern. Der Unterschied liegt nur im Tank: Ciao ist schneller leer – dafür kostet der Einzelmarker auch nur rund 5 Euro statt 8 bis 9 Euro.
Für den Start empfehlen wir kein Sammelsurium an Einzelstiften, sondern ein kuratiertes Set mit Haut-, Grau- und Grundtönen. Damit lernst du direkt, wie Layern funktioniert, statt dich in 70 Einzelfarben zu verlieren.
Das Copic Ciao Marker Set A mit 36 Farben im Acryl-Display deckt genau das ab, was Einsteiger wirklich brauchen: Primär- und Sekundärtöne, helle Hauttöne, kühle und warme Graus plus Blender (0) für weiche Übergänge. Im Display bleibt alles sortiert – wichtig, weil Alkoholmarker liegend gelagert am längsten halten.
Passt zu dir, wenn: du Manga-Gesichter, Chibis, Handlettering-Hintergründe oder Journal-Seiten kolorierst und erst einmal 15–25 Euro pro Monat fürs Hobby einplanst. Passt nicht, wenn du täglich A3-Illustrationen für Kunden kolorierst – dann bist du mit Sketch durch die größere Füllung langfristig günstiger.
Sketch ist das Flaggschiff, und man merkt es in der Hand: ovaler Schaft, federleichte Super-Brush-Spitze mit 9 mm Pinselweg, satte 3 ml Füllung. Vor allem aber: Nur Sketch gibt es in allen 358 Farben – inklusive der blassen Pastell- und Fluoreszenz-Töne, die für Haut und Licht so wichtig sind.
Im Atelier nutzen wir Sketch für alles, wo es auf Nuancen ankommt: Portrait-Wangen in E000, E11, R20, Schatten in W3/W5, Lichtkanten in B0000. Ciao kann viele dieser Töne schlicht nicht – 180 vs. 358 Farben ist im Portrait ein echter Unterschied.
Das Copic Sketch Set Pale Pastels mit 6 Stück (Brush + Medium Broad) ist genau die Lücke, die viele Ciao-Sets lassen: pudrige Rosa-, Mint- und Himmelstöne, die auf weißem Marker-Papier fast wie Aquarell wirken. Perfekt, um ein bestehendes 36er-Set nach oben zu erweitern, ohne gleich 72 Farben zu kaufen.
Kombi-Regel: Erst Alkohol, dann Deckendes. Wer Highlights auf dunklem Papier oder über Marker setzen will, nimmt erst Copic und danach einen deckenden wasserbasierten Paint-Marker. Umgekehrt löst der Alkohol die deckende Schicht wieder an.
Classic ist die älteste Copic-Linie von 1987 und immer noch der Liebling in Architektur-Büros. Warum? Die Fine-Spitze (Nadel) bleibt auch an der Stahlkante exakt, die Broad-Spitze zieht in zwei Zügen eine Fassade zu. Der eckige Schaft rollt dir auf der rOtring Profil A3 Zeichenplatte nicht weg – das klingt banal, nervt im Alltag aber am meisten.
Das Copic Classic 12 Colors Twin Marker Set im Acryl-Display ist bewusst nüchtern bestückt: Graureihen für Schatten und Glas, gedeckte Blau-Grün-Töne für Pläne, Schwarz und Blender für Kanten. Genau richtig für den ersten Rendering-Kurs oder als Büro-Grundstock, den alle Kollegen mitnutzen können.
Für wen passt Classic nicht? Für weiches Manga-Blending. Ohne Pinselspitze wirken Wangen und Haare schnell streifig. Unsere Lösung im Kurs: Classic für Gebäude und Lineal-Flächen, dazu 6–12 Sketch in Hauttönen für Figuren – farblich 1:1 kompatibel, weil das Nummernsystem identisch ist.
Copic hat das clever gelöst: Eine Flasche Copic Ink füllt alle drei Bauformen, und die Nummern bedeuten überall denselben Farbton. Du kannst also morgens mit Ciao vorskizzieren, mittags mit Sketch ausarbeiten und abends mit Classic die Architektur-Linie ziehen.
Der häufigste Fehler im Kurs: Erst mit wasserlöslichem Fineliner zeichnen, dann mit Copic drüber – und die Linie schmiert. Alkohol löst fast jede wasserbasierte Tinte an. Deshalb gilt:
Viele schrecken vor dem Ink-Preis zurück. Rechnen wir es am 2. September 2026 ehrlich durch: Ein Sketch-Einzelmarker liegt bei ca. 7–8 Euro für 3 ml. Eine Flasche Copic Ink kostet deutlich mehr, füllt aber rund 21 ml nutzbare Tinte nach – also etwa 7 volle Sketch-Füllungen. Ab dem dritten Nachfüllen bist du günstiger als Neukauf, dazu sparst du Plastik und hast deine Lieblingsfarbe immer griffbereit, auch wenn sie im Laden vergriffen ist.
Für Ciao gilt das noch stärker: Durch den kleinen Tank kommst du mit einer Flasche auf 10–12 Füllungen. Unser Atelier-Tipp: Kaufe Ink nur für deine 5–8 meistgenutzten Töne (Haut, Lieblings-Grau, Schwarz, Hintergrund-Blau) und kaufe Exoten als Einzelstift.
Kurz gesagt: Ciao zum Reinkommen, Sketch zum Dranbleiben, Classic zum Konstruieren. Weil alle drei dasselbe Farbsystem sprechen, kaufst du nie falsch – du erweiterst nur. Komm bei Fragen gern mit deinem Skizzenbuch im Atelier vorbei, wir testen mit dir auf echtem Marker-Papier, welche Spitze zu deiner Hand passt.
Trocknen Copic aus, wenn ich sie selten nutze?
Nein, bei liegender Lagerung und geschlossener Kappe halten sie Jahre. Alkohol verdunstet nur bei offenem Stift schnell. Antrocknete Spitzen lassen sich mit Ink reaktivieren oder austauschen.
Kann ich Ciao und Sketch in einem Bild überlagern?
Ja, nahtlos. Gleiche Tinte, gleiche Nummer, gleicher Ton. Du spürst nur den Unterschied im Strich: Sketch-Pinsel gibt mehr Tinte ab – also mit leichtem Druck arbeiten, wenn du Ciao-Flächen erweiterst.
Welches Papier verhindert Streifen?
Glattes Marker-Papier, nicht Aquarellpapier. Auf rauem Papier saugt sich die Spitze leer und fusselt. Für Urban Sketching mit Copic nimm ein Lay-Flat Marker-Pad, für Vorstudien reicht Kopierpapier – aber nicht für Galerie-Blending.
Ab 45,00 € ist der Versand kostenlos. Darunter kostet er 8,00 €.
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